Berufliche Anerkennung: Anpassungslehrgang vide terra

 

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Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Das Programm wird in den ersten beiden Handlungsschwerpunkten aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Der dritte Handlungsschwerpunkt wird aus Bundesmitteln finanziert.

Maßnahmenbeschreibung

Im Rahmen des IQ-Netzwerkes Baden-Württemberg (http://www.netzwerk-iq-bw.de/) bieten die Diakonischen Werke Baden und Württemberg in Kooperation mit dem Evangelischen Schulwerk seit 2015 Maßnahmen zur Anerkennungsqualifizierung für Gesundheits- und Krankenpfleger/innen im Raum Tübingen/Reutlingen sowie Karlsruhe/Pforzheim an. Die Maßnahme trägt den Titel vide terra.

Das Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, den ESF (EU) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit.

Einen Überblick über die Maßnahme erhalten Sie in unserem IQ_Flyer_videterra.

 

Ausgangslage:

Bundes- und Landesanerkennungsgesetz haben geregelt, dass Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte mit im Ausland erworbenen Qualifikationen diese in Deutschland auf Gleichwertigkeit überprüfen lassen zu können. Liegen Differenzen vor, wird die Anerkennung teilweise ausgesprochen bzw. es werden Auflagen für die volle Anerkennung erteilt. Diese Auflagen können über die Absolvierung einer Kenntnisstand- bzw. Eignungsprüfung absolviert werden oder die fehlenden Aspekte (Auflagen) werden in einem Anpassungslehrgang nachgeholt. Diese Auflagen können sich auf fachlich-inhaltliche oder fachpraktische Aspekte beziehen. In einigen Berufen (z.B. Pflege) werden auch deutsche Sprachkompetenzen (z.B. Niveau B2) für die Anerkennung vorausgesetzt.

Internationale Fachkräfte, die eine Teilanerkennung erhalten haben, finden bislang kaum Möglichkeiten, die Auflage zu erfüllen. Mit dem Projekt vide terra – Anerkennungsqualifizierung für soziale Berufe sollen im Rahmen des bestehenden Ausbildungssystems entsprechende Angebote entwickelt und erprobt werden.

Anerkennung

Ziel des Projekts:

In den Regionen Karlsruhe/Pforzheim und Reutlingen/Tübingen/Nürtingen sollen zwischen 2015 und 2018 jährlich jeweils 15 internationale Fachkräfte der Gesundheits- und Krankenpflege, die eine Teilanerkennung erhalten haben, zur vollständigen Anerkennung gebracht werden.

 

Maßnahmen des Projekts:

Entsprechend dem Anerkennungsbescheid erhalten die internationalen Fachkräfte die Unterstützung, die für die volle Anerkennung erforderlich ist. Dafür wird zu Beginn der Maßnahme eine individuelle Analyse der Bedarfe vorgenommen, auf dessen Grundlage das Bildungsprogramm geplant wird. Wenn es zur Auflage im Bescheid gehört, kommen Sprachkurse (Qualifizierung von Niveau B1 auf B2), fachliche Schulungen in den berufsbildenden Schulen und Praktika in Einrichtungen der Sozialwirtschaft zum Einsatz.

Für alle Teilnehmenden an dem Projekt gibt es ein verbindliches Gruppenangebot, durch das individuelle Fragen geklärt, spezifische Inhalte gelehrt und kulturelle Herausforderungen gemeistert werden.

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Zielgruppe des Projekts:

Das Projekt richtet sich an Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, die ihren im Ausland erworbene Qualifikation von der Anerkennungsstelle (Regierungspräsidium) nur teilweise (also mit Auflagen) anerkannt wurde. Entscheidend für den Eintritt in das Projekt ist der (vorläufige) Anerkennungsbescheid. In folgenden Personengruppen können Interessenten an dem Projekt gefunden werden:

  • Internationale Fachkräfte, die (z. B. in Anwerbeprojekten) aus dem Ausland für die Arbeit in der Sozialwirtschaft gewonnen wurden.
  • Internationale Fachkräfte, die über die Freizügigkeit innerhalb der EU nach Deutschland gekommen sind und als Fachkraft in der Sozialwirtschaft arbeiten möchten.
  • Internationale Fachkräfte, die als Flüchtlinge (oder aus anderen Gründen) nach Deutschland kamen, nach der Beschäftigungssperre von drei Monaten einer Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen und nun in der Sozialwirtschaft aktiv werden möchten.
  • Internationale Fachkräfte, die bislang als Hilfskräfte ohne berufliche Anerkennung bei sozialen Trägern beschäftigt sind und nun die Anerkennung ihrer Qualifikation anstreben.

 

Wichtige Kooperationspartner im Projekt:

  • Anerkennungsstellen in den Regierungspräsidien (insbesondere Regierungspräsidium Stuttgart mit der Zuständigkeit für pflegerische Fachkräfte): Abstimmung der Qualifizierungsbedarfe der internationalen Fachkräfte und der geplanten Maßnahmen sowie Akquise von Teilnehmenden
  • Erstanlaufstellen und Kompetenzzentren zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen (im IQ-Netzwerk und der LIGA der freien Wohlfahrtspflege): Fachlicher Austausch zur Anerkennungspraxis im Berufsfeld und Akquise von Teilnehmenden
  • Beratungsangebote im Themenfeld für Einzelpersonen (Welcome Center, MBE, JMB, etc.): Abstimmung zu den Handlungsbedarfen und Akquise von Teilnehmenden
  • Träger (Einrichtungen und Dienste) der Sozialwirtschaft: Durchführung der Praktika und Akquise der Teilnehmenden.
  • Berufsbildende Schulen: Durchführung der fachliche Anpassungsqualifizierung sowie ggf. der Sprachkurse.

 

Rahmendaten des Projekts:

  • Laufzeit: 1.1.2015-31.12.2018
  • Projektträger: Diakonisches Werk Württemberg in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Baden und dem Evangelischen Schulwerk Baden und Württemberg
  • Projektförderung: Das Teilprojekt im IQ-Netzwerk Baden-Württemberg wird vom BMAS und aus Mitteln des ESF gefördert.

 

Projektmitarbeitende:

Name Funktion Kontakt
Gunther Müller Ansprechpartnerin für Region Reutlingen/ Tübingen/ Nürtingen Diakonisches Werk Württemberg, Heilbronner Str. 180, 70191 Stuttgart; Tel: 0711 / 16 56 – 217; mueller.g@diakonie-wue.de
Dr. Christine Böhmig Ansprechpartnerin für Region Karlsruhe/ Pforzheim Diakonisches Werk Baden, Vorholzstr. 3-7, 76137 Karlsruhe; Tel: 0159 / 0400 – 2015; boehmig@diakonie-baden.de
Andreas Wieland Ansprechpartner Schulen Evangelisches Schulwerk Baden und Württemberg, Heilbronner Str. 180, 70191 Stuttgart; Tel: 0711 / 16 56 – 430; wieland.a@diakonie-wue.de
Dr. Kornelius Knapp Projektmanagement Diakonisches Werk Württemberg, Heilbronner Str. 180, 70191 Stuttgart; Tel: 0711 / 16 56 – 394; knapp.k@diakonie-wue.de

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